13.2.  Bewegungsbaustelle

 

Die Bewegungsbaustelle beruht darauf, dass es keine fertigen Materialien sind, die nur bestimmte
Spielabläufe gestatten, sondern dass die Kinder dabei mehr über deren Eigenschaften und Handhabung
sowie über ihren eigenen Körper erfahren. Ein wesentliches Grundprinzip besteht im Gegensatz zur
angeleiteten Bewegungs-förderung darin, dass die Erzieherinnen den Kindern keine Aufgaben, Anleitungen
und Übungen vorgeben, sondern die Kinder frei aus dem Angebot auswählen können, wie und womit sie sich
beschäftigen wollen. Um dem ständigen Bewegungsdrang der Kinder stärker entgegenzukommen, der im
Gruppenraum häufig viel an Unruhe, Streit und manchmal auch handgreifliche Aggressionen verursacht,
sehen wir in einem regelmäßigen und für die Kinder frei verfügbaren Angebot nicht nur eine Entlastung
für die Gruppenarbeit.

Damit ist den Kindern auch die Möglichkeit gegeben, gemäß ihrem eigenen Entwicklungsstand und der
augenblicklichen Laune ihre körperlichen und psychomotorischen Fertigkeiten  und Kompetenzen zu entwickeln.

Materialien, die wir anbieten sind Turn-, Spiel-, Rhythmikgeräte, Naturmaterialien,  Papprollen usw.

 

Was lernen die Kinder dabei?

Kinder können anscheinend immer rennen, hüpfen, springen, klettern und „toben“ –

so denken wir Erwachsenen. Doch wenn wir ein wenig überlegen, fällt uns auf, wie sehr Kinder gerade im
Bewegungsbereich heute eingeschränkt werden. Welche Wohnung ist schon groß genug, welche Nerven von
Eltern und Nachbarn gut genug, um Kindern ihren Spaß am Bewegen zu lassen.

Rene Spitz hat nachgewiesen, wie sehr kindliche Entwicklung, Selbstvertrauen und Reifung des „Ichs“ von
körperlichen Fähigkeiten abhängig und in Wechselwirkung mit ihr verknüpft sind.

Die Kinder suchen sich aus dem frei verfügbaren Angebot in der Regel diejenigen Tätigkeiten aus, die ihrem
augenblicklichen Entwicklungsstand entsprechen und versuchen den Schwierigkeitsgrad zu finden, den sie
bewältigen können. Dies ist eine Grundqualifikation, die für die Entwicklung der Leistungsmotivation
entscheidend ist.

Und: Kinder sind aktiv und beschäftigt. Gerade bei den Älteren entsteht keine Langeweile, sondern Freude und
Spaß an der Aktivität.
Bewegungsbaustelle ist nicht eine Alternative zum bisherigen Turnen, sondern eine wichtige
und wesentliche Ergänzung.

Dieses Projekt bieten wir unter normalen Umständen das ganze Kindergartenjahr an

 

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