C) Lernmethodische Kompetenzen („Die Kinder lernen wie man lernt“)

 

Lernmethodische Kompetenz

 

Lernmethodische Kompetenz ist die Grundlage für einen bewussten Wissens- und Kompetenzerwerb und der
Grundstein für schulisches und lebenslanges, selbst gesteuertes Lernen. Gepaart mit Vorwissen ermöglicht sie,
Wissen und Kompetenz kontinuierlich zu erweitern und zu aktualisieren, sowie Unwichtiges und Überflüssiges
auszufiltern. Wissen kompetent nutzen zu können hängt nicht nur von den erworbenen Wissensinhalten ab, sondern
vor allem von der Art
und Weise, wie man Wissen erworben hat. In unserem Kindergarten legen wir großen Wert
auf ganzheitliches Lernen (d. h. mit allen Sinnen) und auf das Lernen aus 1. Hand. (d. h. begreifen, erfahren, erleben,
experimentieren usw.)

Lernmethodische Kompetenz baut auf vielen bisher genannten Basiskompetenzen wie z. B. Denkfähigkeit, Gedächtnis,
Kreativität, Werthaltungen, moralische Urteilsbildung, Verantwortungsübernahme und Kommunikationsfähigkeit auf.

 

Methoden zur Selbststeuerung.

Die Kinder lernen selbständig, oder mit unserer Unterstützung sich neue Informationen (Lexika, Wissensspiele,
Fachbücher usw.) zu besorgen und Erfahrungen (Werkbank, Zerlegen von alten Geräten,Töpfern, spielzeugfreie Zeit usw.)
zu verschaffen. Dadurch wird es den Kindern möglich, das neue Wissen (aus erster Hand) besser zu verstehen, zu begreifen
und sich dessen Bedeutung bewusst zu werden. Die Kinder sollen fähig sein, das neue Wissen aufzubereiten und ständig neu
zu organisieren.

Wissen in lebensnahen Kontexten erleben.

Wir legen großen Wert darauf, dass die Kinder fähig werden, ihr Wissen auf unterschiedliche Situationen zu übertragen und
flexibel zu nutzen. Die Kinder sollen ihr erlerntes Wissen zur Problemlösung sachgerecht, kreativ und sozial verantwortlich
einsetzen.

Ganzheitliche Lernangebote erleben.

In unserer Einrichtung haben die Kinder die Möglichkeit viele verschiedene Lernangebote kennen zu lernen und
auszuprobieren.
Wir sind ständig darauf bedacht, dass wir den Kindern so wenig wie möglich „Vorgefertigtes“ vorlegen,
sondern dass die Kinder in verschiedenen Situationen ihre eigenen Ideen, Erfahrungen und Neigungen verwirklichen
können (Morgenkonferenz, Mitbestimmungsrecht, Projekte, situationsorientierter Ansatz usw.) und somit die Fertigkeit
erlangen, eine vorgegebene Lernaufgabe bewältigen zu können. (Märchen-Theatergruppe)

Beobachten und Regulieren des eigenen Lernverhaltens.

Wir vermitteln den Kindern, dass eine Handlung auch den Erwerb von Wissen bedeutet und dass es möglich und nötig ist
auf das eigene Lernen Einfluss zu nehmen und zu steuern. (Eigenmotivation, Stärken stärken und Schwächen schwächen)

Transfer und Anwendung.

Sehr wichtig ist es, dass die Kinder das Gelernte (im Kiga) in anderen Situationen abrufen, einsetzen und adäquat anwenden
können.
(z. B. Verhalten im Straßenverkehr, bei einem Unfall, siehe Projekt 1. Hilfe Kurs)

Reflexion und Versprachlichung.

In Gesprächskreisen, Morgen- bzw. Abschlusskonferenzen möchten wir die Kinder darin bestärken, über das eigene Lernen
nachzudenken, fähig werden Fehler zu entdecken und diese einzusehen (Frustrationstoleranz) und eigenständig zu
korrigieren. Die Kinder werden hierbei sehr erst genommen und geplantes Lernverhalten wird von Seiten des päd. Personals
nicht unterbunden bzw. in eine Richtung gelenkt, sondern den Kindern wird hier die Möglichkeit gegeben schrittweise ihren
eigenen Weg zu gehen (Erzieher unterstützt und beobachtet) und dabei ihre eigenen Leistungen realistisch einzuschätzen und
würdigen zu können. (Ideen werden bei der Morgenkonferenz aufgegriffen, demokratisch abgestimmt, geplant und verwirklicht.)

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