Bewegung
zählt zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern. Für
sie
ist Bewegung
ein wichtiges Mittel, Wissen über ihre Umwelt zu erwerben, ihre Umwelt zu
„begreifen“, auf ihre Umwelt
einzuwirken, Kenntnisse über sich selbst und ihren Körper zu erwerben, ihre
Fähigkeiten kennen zu lernen
und mit anderen Menschen zu kommunizieren.
Bewegung ist für die Entwicklung von Wahrnehmungsleistungen,
kognitiven Leistungen und sozialen
Verhaltensweisen bedeutsam. Die Verbesserung der motorischen Leistungen des
Kindes steigert seine
Unabhängigkeit, sein Selbst -vertrauen, das Selbstbild und sein Ansehen bei
Gleichaltrigen.
Angesichts der veränderten Lebenssituationen
in der unsere Kinder aufwachsen, sollte Bewegung so oft wie möglich
im Freien stattfinden. Aufbauend auf diese Erkenntnis wird bei uns der Aspekt
„Bewegung“ sehr groß geschrieben.
Die wöchentliche angeleitete Turnstunde, in der den Kindern viele Bewegungs-möglichkeiten
mit diversen Turn- und
Sportgeräten angeboten werden, wird zusätzlich mit freien Bewegungsangeboten
wie z. B. Bewegungsbaustelle,
Toben, Rennen, Klettern in der Halle oder im Garten, der Erlebnisausflug in
den Wald, der tägliche Gang in den
Garten (bei jeder Witterung), erweitert.
Durch dieses reichhaltige Bewegungsangebot
möchten wir den Kindern motorische, koordinative Fähigkeiten
vermitteln und ihre Ausdauer fördern. Die Kinder lernen ihre eigenen körperlichen
Grenzen kennen, realistisch
einzuschätzen und Körperbewusstsein zu entwickeln.
Wir möchten, dass das Selbstwertgefühl (z.
B. durch Erfolgserlebnisse) gestärkt wird, dass die Kinder durch ihre
Erfahrungen ihre Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen können und eigene
Lösungen bei Bewegungsaufgaben
finden können. (z. B. Bewegungsbaustelle)
Die Freude an der Bewegung (frei oder angeleitet),
das Zusammenspiel innerhalb einer Gruppe und die dabei erlebten
eigenen Leistungen tragen wesentlich zur Motivationsentwicklung (Team-Spiele,
Wettkämpfe, gemeinsames Werkeln
beim Bau einer kleinen Hütte im Wald) bei.
Gerade in der Zeit der Bewegung bietet sich
ein breites Feld an Erfahrungs-bereichen für die Kinder an. Die Kinder
müssen Rücksicht nehmen, Regeln einhalten, sich in Teamgeist und Fairness
üben, Verantwortung für sich selbst und
andere übernehmen und die auftretenden Konflikte selbstständig lösen.
Auch die kognitiven Fähigkeiten lassen sich
während der Bewegung schulen. Die Kinder lernen sich auf bestimmte
Bewegungsabläufe zu konzentrieren, Phantasie und Kreativität zu entwickeln.
Ebenso lernen die Kinder die Begriffe
der Turn- und Sportgeräte kennen und den sachgerechten Umgang damit.
Durch die Bewegung wird bei den Kindern der
Haltungsapparat gestärkt, Organe werden leistungsfähiger und das
psychische und physische Wohlbefinden werden in Einklang gebracht (z. B. Waldwoche).
Bewegung ermöglicht
den Kindern ebenfalls ihre Gefühle auszudrücken, sowie die Impulskontrolle
und die innere Ausgeglichenheit zu stärken.
Gesundheitserziehung
Gesundheit ist ein Zustand von körperlichem,
seelischem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Für Kinder, die
seelisch gesund und zufrieden sind, ist zugleich das Risiko für Suchtverhalten
geringer (siehe Projekt: Papilio).
Grundlegende Einstellungen und Gewohnheiten für gesundes bzw. ungesundes Verhalten
entwickeln sich bereits in
den ersten Lebensjahren.
Anstatt danach zu fragen, was die Kinder krank
macht, stellt sich uns vielmehr die Frage danach, was Kinder auch
bei bestehenden Belastungen gesund bleiben lässt.

Bewusstsein seiner selbst
Die Kinder sollen ein eigenes Gefühl für die
Körperwahrnehmung entwickeln und den eigenen Körper und den der
anderen wertschätzen. Hierzu bieten wir in der Freispielzeit die Kuschelecken
mit Massageutensilien oder gezielt
die Traum-, Phantasie- oder Wohlfühlstunden an.
Unser Kindergarten ist sehr darauf bedacht,
dass die Kinder das Essen als einen Genuss erleben (mit allen Sinnen).
Wir wollen durch die wöchentlichen „gemeinsamen Brotzeiten“ die Kinder gesunde,
vollwertige und fremdartige
Speisen gemeinsam vorbereiten und probieren lassen. Dabei vermitteln wir den
Kindern ein grundlegendes Wissen über
gesunde bzw. ungesunde Ernährung (Süßigkeiten zur Brotzeit sind nicht erwünscht)
und ein Grundverständnis über
die Produktion, Beschaffung, Zusammenstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln
(Projekt: Ernährungswoche mit
der kleinen LOK, Bauernhof-Besuch).
Beim Essen legen wir Wert auf angemessene
Tischmanieren und fördern auch hier die Selbstständigkeit, indem wir die
Kinder so viel wie möglich eigenständig hantieren lassen (Einschütten, Abspülen,
Aufräumen, Tischdienst usw.). Höhepunkt
jedes Festes im Jahreskreis ist das gemeinschaftliche Essen (Geburtstag, Ostern,
Weihnachten, Nikolaus…), welches die
Kinder gemeinsam mit den Pädagogen planen, besorgen, vorbereiten und durchführen.
Wir vermitteln den Kindern ein Grundverständnis
für Hygiene und Körperpflege, indem wir Sorge tragen, dass Hände
vor dem Essen und nach dem Toilettengang gewaschen werden, Zähne geputzt und
verschwitzte Turnkleidung gewechselt
wird. Die Fertigkeiten, wie z. B. der Umgang mit Seife, Zahnpaste, Putzlappen,
Besen usw. werden ebenfalls im
Kindergartenalltag geübt.
Die Kinder sollen ein ganz natürliches Körper-
und Gesundheitsbewusstsein erlangen, indem sie ihren Körper, ihre
Sinnesorgane, ihre inneren Organe kennen und benennen lernen, Zusammenhänge,
Aufbau und deren Funktion in
angemessener Weise erfahren. Sie sollen fähig werden in Eigenverantwortung
ein Gespür für ihr psychisches und
physisches Befinden zu bekommen und sich die notwendige Entspannung und Ruhe
zu gönnen, um damit Überanstrengung,
Stress und Spannungen abbauen zu können.
Sexualerziehung findet bei uns nicht gesondert
statt. Wir unterstützen die Entwicklung zum natürlichen Umgang
mit dem eigenen Körper (Körperteile wahrnehmen und benennen). Die Kinder lernen
gegenseitig, die persönliche
Intimsphäre zu achten und dass jeder die Möglichkeit zum Rückzug wahrnehmen
kann und muss. Die Kinder sollen
zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen unterscheiden können und sie
werden von uns diesbezüglich ermutigt,
sich zu ihren Gefühlen zu äußern bzw. Nein-
Sagen zu dürfen(Projekt: Kids- Pro).
Während des Kindergartenalltags nutzen wir
gezielt die Möglichkeiten, den Kindern eventuelle Gefahrenquellen
(Kerze, Ofen, Klettern, Ausflüge– Straßenverkehr, Waldwoche usw.) aufzuzeigen,
Gespräche darüber zu führen
und gemeinsam mit den Kindern angemessene Verhaltensweisen einzuüben (Wundversorgung).
Mit Hilfe der
ortsansässigen Einrichtungen, z. B. Feuerwehr, Polizei, Haus- bzw. Zahnarzt,
Notarzt usw. wird o.g. von
professioneller Seite noch vertieft. Die Kinder können in einer Mitmachaktion
(Erst- Helfer-Kurs, Feuerwehr,
Notruf absetzen usw.) Ängste und Unsicherheiten abbauen (vor Uniformen) und
somit Vertrauen und Selbstsicherheit
aufbauen.