12.  Umgang mit individuellen Unterschieden und soziokultureller Vielfalt

Kinder verschiedenen Alters

Unsere altersgemischten Gruppen bieten den Kindern ein weites Feld vielseitiger Lern- und
Erfahrungsmöglichkeiten. Hervorzuheben sind die sozialen
Lernmöglichkeiten. Eine Orientierung ist
an Jüngeren und Älteren möglich. Die Kinder setzen hierbei ihre eigenen Entwicklungsschwerpunkte.
Kinder lernen viel leichter von Kindern als von Erwachsenen, da die Entwicklungsunterschiede nicht
unüberwindbar groß erscheinen. (Peer to peer.)

Wir legen sehr großen Wert darauf, dass Kinder rücksichtsvoll miteinander umgehen, hilfsbereit und
tolerant anderen gegenüber sind und sich auf Unterschiede einlassen können. Sie lernen im sozialen
Miteinander gegenüber Älteren und Jüngeren ihre eigenen Interessen durchzusetzen, entstehende Konflikte
sozial zu lösen, sowie mit unterschiedlichen Wünschen und Verhalten umzugehen (gemischte Turnstunde,
Patenschaften, Dienste usw.). Die Kinder sollen sich selbst auch als Vorbild begreifen und dadurch das eigene
Verhalten reflektieren (Vorschulkinder erledigen wichtige Gruppendienste).

 

 

Erziehung zu Frieden muSS spätestens im Kindergarten beginnen.

Wer Frieden will, muß ihn in die Kinderseelen säen.

Frieden muß man den Kindern vorleben!

denn er ist ein ewiger Kreislauf:

Was man sät, wird man ernten, was man erntet, sät man.        

  Elisabeth Satory

 

 

Mädchen und Jungen – Geschlechtersensible Erziehung

Im Kindergarten bietet sich für die Kinder verstärkt die Möglichkeit an, sich mit dem auseinander zu setzen,
was es ausmacht, ein Junge bzw. ein Mädchen zu sein und welche Rolle sie als Mädchen bzw. Junge einnehmen
können. Wir möchten den Kindern in dieser Entwicklungsphase die Chance geben, ihre eigene Geschlechtsidentität
zu entwickeln, mit der sie sich sicher und wohl fühlen.

Die Kinder erfahren innerhalb des Kindergartens, dass das andere Geschlecht gleichberechtigt, gleichwertig ist
und sie sollen die Unterschiede wahrnehmen und wertschätzen. Im Kindergartenalltag vermitteln wir den Kindern,
dass Begabung, Fähigkeit, Interesse und andere Persönlichkeitsmerkmale nicht geschlechtsabhängig sind
(Mädchen an der Werkbank, Jungs in der Puppen- oder Verkleidungsecke usw.).

Die Kinder werden behutsam an kulturgeprägte andere Vorstellungen über Geschlechteridentität herangeführt,
sie sollen lernen dies zu respektieren und dennoch kritisch zu hinterfragen.

                                                                                           

 

Kinder mit verschiedenem kulturellen Hintergrund

Interkulturelle Erziehung hat eine individuelle und eine gesellschaftliche Dimension, die Kinder und Erwachsene
gleichermaßen betrifft. Es handelt sich hier um einen komplexen Entwicklungsprozess, der auf verschiedenen Ebenen
angesiedelt ist. Nicht nur Wertvorstellungen und Erwartungen gehören dazu, auch Gefühle und alltägliches Handeln
sind davon betroffen.

Aus diesen Gründen wollen wir den Kindern ein selbstverständliches Miteinander mit anderen Kulturen und Sprachen
erleben lassen.

Die Kinder lernen mit Natürlichkeit und Offenheit anderen Menschen zu begegnen, sie zu tolerieren und den anderen
wertzuschätzen und entwickeln Neugierde und Freude an der fremden Kultur und Sprache.

Einen weiteren Schwerpunkt in der Arbeit mit Migrantenkindern sehen wir darin, dass der situationsangemessene
Sprachwechsel zwischen Muttersprache und deutscher Sprache eingeübt wird.

Bei eventuellen Sprachdefiziten erhalten die Kinder eine angemessene Hilfestellung (Sprachkurs: Kindergarten-Schule)
um gut auf den Eintritt in die Schule vorbereitet zu werden.

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